Ninh Binh

Sollte die Reise tatsächlich hier enden? Eingeschlossen, vergessen und weit und breit keine Menschenseele? Eine Wasserquelle zum Greifen nah, aber trotz der Hitze und wasserfallartiger Transpiration werde ich es nicht trinken dürfen. Ungenießbar! Selbst die Einheimischen trinken es nicht...


Was könnte ich tun? Das Mobiltelefon wurde mir weggenommen, bevor ich eingesperrt wurde. Also keine Möglichkeit Kontakt nach außen aufzunehmen. Hilferufe oder sagen wir Hilfeschreie bewirken nichts. Wer sollte auch helfen? Es ist niemand mehr da! Langsam fange ich an den Ernst.........da ist jemand..."HALLO, HAAAALLLOOO!"
Eine Frauenstimme: "Jan? Du bist immer noch nicht fertig im Bad! Mensch! Der Bus fährt in 10 Minuten."
"Haaaalloooo, Anne ich bin..."
Wieder die Frauenstimme: Oh, ups ich habe aus Versehen den Riegel von außen vor die Türe geschoben. Und...."

Immer diese Ausreden! Also endlich wieder FREI! Die kurze Information mit dem Bus stimmte. Gelegentlich gibt es hier Verständigungsschwierigkeiten. Das was der nette Vietnamese an der Rezeption gesagt hatte sollte also eigentlich heißen, der Bus fährt um 13:30 Uhr. Um 13:00 Uhr kam er aufgeregt auf unser Zimmer gestürmt um uns zu fragen, ob wir nicht langsam nach unten kommen wollen um auszuchecken.

Hier sind wir dann wieder am Anfang der Geschichte. Ich unter der Dusche, Anne klopft an und schreit ins Bad: "heee, der Bus fährt in 30 Minuten. Ich geh schnell runter zahlen." Ich dusche fertig. Nochmal Geschrei: "Schhschheisse", (ja, trotz angehender Beamtin hat sie das gesagt!) "der Visakartenleser funktioniert nicht. Wir fahren zum Geldautomaaaat. Bigfgtdhkbxd...". Da war sie schon wieder weg. "Scheeeiiisssee!" (Das kam jetzt von mir, ich kann das ohne weiteres sagen!) die Türe ist von außen verschlossen.

Die Weiterreise bis Lao Cai war ein Abenteuer! Rein in den local Bus, der zu diesem Zeitpunkt schon voll beladen bis unter die Decke ist. Es folgte eine rasante Fahrt über Schlaglöcher, die bei uns nicht mal auf Waldwegen zugelassen wären. Überholmanöver, die man vielleicht mit einem Farrari kurz vor einer Kurve starten würde. All das mit einem kompletten Umzug, den jemand dabei hatte. Kühlschrank, Bett, Bretter, Reissäcke, Pakete und was man noch so dabei hat, wenn man mit dem Bus fährt.

In Lao Cai angekommen, hatten wir noch 2 Stunden Aufenthalt. Es ging weiter mit dem Nachtzug und Monica und ihrem Freund aus Spanien in unserem Abteil nach Hanoi, um dort um 6:00 Uhr den Zug nach Ninh Binh zu nehmen.

In Ninh Binh trafen wir Lukas und David. Zwei Dänen, die es für ein Jahr nach Ninh Binh verschlagen hat. Über das Couchsurfingportal fanden wir sie, total froh, dadurch eine Unterkunft zu bekommen. Ihre Bleibe, ein noch nicht in Betrieb genommenes 6-Stöckiges Hotel war atemberaubend und irgendwie total schräg. Knapp 40 Zimmer standen bereit, von denen im Moment nur 2 bewohnt wurden. Von Lukas und David.

Am Abend gingen wir mit den beiden Burger Essen, währenddem David irgendwann meinte, dass es schlechte Nachrichten gibt. Wir dürfen nicht bei ihnen übernachten! Ihr Chef hatte gemeint, dass in Vietnam Privatpersonen keine (ausländischen) Gäste zum Uebernachten haben dürfen. Die Regierung will von jedem Touristen wissen, wann er sich wo aufhaelt. So zogen wir noch an diesem Abend ins Hotel um die Ecke...

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Kommentare: 1
  • #1

    Helga Schwinning (Montag, 13 Oktober 2014 14:02)

    Hallo Sohn, Hallo Anne.
    Muß ich mir Sorgen machen Jan, war die Dusche vielleicht zu heiß? Oder willst Du jetzt einen Krimi schreiben? Wird diese" rote Teekanne" ein Mitbringsel? Hübsch bunt.Für die Anne: Wir haben schon früher immer auf den Jan warten müßen!Sorry... Gruß Helga.